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Kinderfeuerwehr Emden
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Erstmals in ihrer Geschichte plant die Freiwillige Feuerwehr Emden die Gründung einer Kinderfeuerwehr. Dieses teilte Stadtbrandmeister Bernd Lenz in einem Pressegespräch mit. Aufgrund des demografischen Wandels würde auch die Emder Feuerwehr in den nächsten Jahren mit schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen haben, berichtete Lenz. „Derzeit überschreiten Emdens Ortsfeuerwehren die gesetzliche Mindeststärke noch deutlich, jedoch wird dieser positive Trend in den kommenden Jahren nicht anhalten“. „ Austritte würden noch durch Neueintritte kompensiert“, so Lenz. Zurzeit verrichten etwa 270 freiwillige Frauen und Männer ihren Dienst in den insgesamt sieben Ortsfeuerwehren der Stadt, wobei die Frauenquote mit 6 Prozent deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegt. Hier sind es 10 Prozent. „Auch die Mitgliedergewinnung bei Menschen mit Migrationshintergrund gestalte sich als schwierig berichtet Lenz.
Großes Potential sehe er bei der Nachwuchsförderung. Bereits jetzt sind die vier Jugendfeuerwehren im Emder Stadtgebiet mit ihren rund 80 Mädchen und Jungen im Alter von 10 bis 18 Jahren äußerst erfolgreich. „Mit der Kinderfeuerwehr möchten wir eine Lücke schließen“, so Lenz. Das Alter der Mädchen und Jungen wird hier bei den 6 bis 10 jährigen liegen wobei der Übergang von der Kinder- zur Jugendfeuerwehr in der Altersgruppe der 10 bis 12 jährigen fließend sein wird. Ihrem Alter entsprechend, würden die Kinder spielerisch an die Aufgaben in einer Feuerwehr herangeführt. Die Sorge, dass eine geplante Kinderfeuerwehr aufgrund mangels Interesses scheitern könnte, teilt Lenz nicht. „ Kinder zu finden, die mitmachen möchten, werde sicherlich nicht das Problem sein“. Zu einem etwas größeren Problem scheint derweil die Suche nach geeignetem Betreuungspersonal zu werden, denn für die Betreuung der „zukünftigen Brandschützer“ wird pädagogisches Personal gesucht. „Erzieherinnen, Erzieher, Heilpflegerinnen und -pfleger, Kinderkrankenschwestern oder Grundschullehrerinnen und -lehrer wären die Idealbesetzung für uns“, so der Feuerwehr-Chef. Er unterstreicht jedoch, dass ein Fachstudium nicht Ausschlag geben ist. „Wir freuen uns gleichermaßen auch über das ernsthafte Interesse von Müttern, die sich ehrenamtlich engagieren und uns durch ihre Hilfe unterstützen möchten, und ja auch gewissermaßen über pädagogische Kenntnisse verfügen“.
Ganz ohne Unterstützung steht der Stadtbrandmeister aber nicht vor dem „Personalproblem“. Ihm zur Seite steht bereits die 21- jährige Feuerwehrfrau Sina Lübkemann aus der Ortsfeuerwehr Widdelswehr/Petkum, Gabi Buß, Erzieherin aus dem AWO- Kindergarten Transvaal. Die 47-jährige berichtet, dass Sie „ eher durch Zufall in die Betreuerrolle der geplanten Kinderfeuerwehr gerutscht sei, ohne zu Wissen, was sie eigentlich erwartet“. „Nun freue sie sich auf die Aufgabe“ und hofft auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Auch Kjell-Ole Peters und Rene Wiesel, zwei 17- jährige Schüler und aktive Feuerwehrmänner der Ortsfeuerwehr Stadtmitte, möchten mit ihrer Erfahrung aus dem Jugendfeuerwehrdienst helfend zur Seite stehen. Kjell- Ole Peters, der derzeit die Fachoberschule Sozialpädagogik besucht, erhofft sich, durch die Arbeit in der Kinderfeuerwehr mehr fachliches Wissen erwerben zu können, um dieses im späteren Berufsleben nutzen zu können. Auch Rene Wiesel hat einen ähnlichen Berufswunsch und möchte die Kinderfeuerwehr als Karriere-Sprungbrett nutzen. So zeigt sich, dass die ehrenamtliche Arbeit in einer Feuerwehr, nicht nur der Kameradschaft und der Hilfe am Nächsten, sondern auch dem zukünftigen Berufsleben dienen kann.
Für Interessierte steht Herr Lenz (Mo.-Fr.) 08.00 bis 16.00 Uhr unter der Rufnummer 049 21 / 87-2001 für weitere Auskünfte zur Verfügung.
Das Bild zeigt Rene Wiesel, Stadtbrandmeister Bernd Lenz, Gabi Buß und Kjell-Ole Peters
(v. l.).Bild: Riese.